Emma
Steel & Matt Ska

Ska,
ursprünglich gegen Ende der 1950er Jahre auf Jamaika aus der
Mischung von karibischer Folklore mit amerikanischem Rhythm ´n´
Blues geboren, etablierte sich bereits Anfang der 1960er Jahre in
Großbritannien durch farbige Einwanderer und wurde für kurze Zeit
auch von weißen Jugendlichen aus der Arbeiterklasse als sogenannter
Blue Beat adaptiert. Ende der 1970er Jahre rumorte es wieder in
Europas Musik-Underground, eine große britische Ska-Welle (u.a. mit
Bad Manners, Madness, The Selecter, The Specials) schwappte von der
Insel auf den Kontinent. Durch die Verschmelzung des Reggae mit der
Energie des Punk erfuhr auch der Ska eine erstaunliche
Wiederbelebung, die in Wellen unterschiedlichster Ausprägung
weltweit bis heute anhält. In Großbritannien gibt es zahlreiche
Bücher zum Thema, in Deutschland erst jetzt das erste, „Ska im
Transit“, betitelt. Matt Ska alias Matzge und Emma Steel,
Ska-AnhängerIn aus Leidenschaft, haben das Buch gemeinsam
geschrieben. Auf 160 Seiten erfährt man reichlich Wissenswertes zum
Thema Ska, Rocksteady und early Reggae in Deutschland West und Ost &
nach der Wiedervereinigung, über das woher und das wohin der Szene,
über wichtige Protagonisten und Künstler/Bands. Geschichte, erzählt
von der Szene. Trotz des Umfangs erhebt das Buch sicher keinen
Anspruch auf Vollständigkeit, dafür fehlen u.a. wichtige Bands wie
z.B. die Spicy Roots & The Steadytones, Bezüge zu Skapunk (u.a.
No Life Lost & Rantanplan), zu Skacore (The Prosecution) und zu
Zeitschriften/Labels/Bookern wie Rocking Records/KW Booking. Dennoch
eine klare Kaufempfehlung, die durch vier Fragen an Matt Ska
abgerundet werden soll.

Matt
Ska, alias Matzge. Du bist ein wichtiger Szene-Bestandteil, seit 1989
betreibst Du das Ska-Label Pork Pie. Der Artist Roster darauf umfasst
Hunderte von Bands, welche Veröffentlichung war der größte Flop,
welche Veröffentlichung der größte Hit?

Alle
Veröffentlichungen waren zu ihrer Zeit richtig und wichtig, deshalb
kann ich konkret den größten Flop gar nicht benennen. Am
erfolgreichsten ist bis heute der Sampler „Ska Ska Skandal N°1“,
der ging um die Welt. Dafür gab es damals in England sogar eine Art
Indie-Grammy.

Die
deutsche Ska-Szene ist aktuell sehr bunt und vielfältig, entwickelt
sich genreübergreifend. Welche Band hat da derzeit großes Potential
für Dich?

Die
Johnny Reggae Rub Foundation aus Köln. Das Trio hat wirklich den
´Spirit Of Ska´, neu, frisch und besonders. Da kommt ´street
credibility´ mit Können zusammen, da bin ich optimistisch, dass es
mit ihnen durchaus szeneübergreifend weiter gehen kann.

Ska
ist ja mittlerweile weltweit beheimatet, wo bist Du denn schon in
Sachen Ska gewesen, was ist Dir maßgeblich in Erinnerung geblieben?

Meine
beiden Reisen nach Japan 2004 und 2005, mit den Busters und mit
Skaos. Daran erinnere ich mich immer wieder gerne.

Eine
CD-Beilage hätte das Buch sich auch visuell anspruchsvoll
abgerundet. Gab es die Überlegung?

Ja,
ursprünglich schon, aber zeitlich liess sich das nicht umsetzen.
Aber es ist sicher eine Option für eine weitere Auflage.

Text:
Frank Keil. Bild: Cover/Matzge & Buster Bloodvessel (Bad Manners)
1999

Facebook: Ska im Transit

edition-noname.de

Hardcover, 160 Seiten, 24,90,- Euro

Ska im Transit ist ursprünglich auf %POPSCENE% erschienen

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