Mit „Heat Wave“ (AFM Records) präsentiert das von Gründerin/Gitarristin Filippa Nässil im Jahr 2017 neu formierte schwedische Quartett sein viertes Album. Für die insgesamt 13 Stücke zwischen „Loud And Alive“ über „Heat Wave“ und „Sleep“ bis hin zu „Bad Habits“ haben Filippa, unsere Gesprächspartnerin/Sängerin Guernica Mancini, Bassistin Majsan Lindberg und Schlagzeugerin Emlee Johansson gleichberechtigt an den Lyrics und den Arrangements mitgewirkt. Und der in Kopenhagen von Produzent Soren Anderson kreativ veredelte Mix aus Hard Rock, Heavy Metal, Bluesrock und Rock ́n Roll kommt bei Fans und Medien gleichermaßen gut an.
Guernica Mancini hört sich nicht unbedingt Schwedisch an. Darf ich Dich nach Deinen Wurzeln fragen?
Ich stamme aus Südamerika, aus Uruguay. Meine Eltern sind bereits in den 1970er Jahren nach Schweden gekommen, ich bin dort geboren und aufgewachsen.
Du hast bereits eine beachtliche musikalische Karriere vorzuweisen. Mit 14 Jahren Banda Sept gegründet, später das Musicians Institute in LosAngeles besucht, Inglourious gegründet, mit namhaften Kollegen wie Darryl Swan, Jeff Young und Mauricio Iragorri zusammengearbeitet.
Ja, das stimmt, bis zum Jahr 2012, wo ich nach Schweden zurückgekehrt bin um dort Musik zu machen. Später habe ich Filippakennengelernt, wir wurden Freundinnen und Anfang 2017 lud sie mich zum erfolgreichen Vorsingen für Thundermother ein. Die aktuelle Besetzung mit Majsan und Emlee ist seit gut einem Jahr aktiv.
The Go Go ́s, The Pandoras, Girlschool, The Donnas, L7 –bekannte All Girl-Bands der 1980er und 1990er Jahre. Waren sie auf irgendeine Weise Vorbilder für Thundermother?
Ich kann da nur für mich sprechen. Ich kenne sie alle, aber musikalisch beeinflusst haben sie mich nicht.
Die Mischung macht ́s! Auf Hardrock, HeavyMetal, Bluesrock und Rock ́n Roll konntet ihr euch alle einigen. Und bereits das Album „Thundermother“ (2018) deutete euer großes Potential an.
Definitiv. Wir haben alle die gleichen Ziele und ziehen in Sachen Thundermother an einem Strang. Filippa und ichleben in Stockholm, die beiden anderen zwar nicht, aber Songwriting und Proben finden in der Hauptstadt statt.
Was gibt es über die Songinhalte auf dem aktuellen Album zu erzählen?
Wir haben eine ausgewogene Mischung aus spaßigen Partysongs und ernsthaften Themen mit eigenen Erfahrungen und Erlebnissen gefunden. Und selbst die Partysongs stehen für eine bestimmte Aussage und Haltung. Zu meinen persönlichen Favoriten zählen die Uptempo-Nummer „Somebody Love Me“, „Purple Sky“ wegen der Orgel, was unserem Sound eine ganz neue Note verleiht und die Power-Ballade „Sleep“.
Ich gehe davon aus, dass ihr alle euren Lebensunterhalt mit Thundermother verdienen könnt. Es ist euch ja sogar gelungen, eine ausgedehnte Deutschland-Tournee im Oktober/November zu organisieren. Wer einmal ein Video gesehen hat, will auch live dabei sein.
Das ist tatsächlich so. Label und Management machen einen hervorragenden Job und die Nachfrage von Seiten der Veranstalter ist erstaunlich hoch. Wir versuchen tolle Videos zu produzieren und konnten dabei in der Vergangenheit auf die Unterstützung versierter Freunde bauen.
Auftritte im europäischen Ausland sind sicher immer Höhepunkte, an welche Show erinnert ihr euch besonders gerne? Und wo sollte euch zukünftig der Tourplan noch hinführen?
Auf jeden Fall war unseren Auftritt beim Wacken-Open Air 2018 großartig. Und 2019 sicher unsere Show beim heimischen Sweden Rock Festival, bei dem auch KISS im Line Up waren. Na ja, wir haben uns ja ́world domination ́ auf die Fahne geschrieben, da gibt es noch viele Länder zu entdecken.
Bedingt durch Covid-19 sind viele Leute innerlich ein wenig zur Ruhe gekommen, haben längst vergessene Hobbies wiederentdeckt. Wie hast Du Deine Freizeit ausgefüllt?
Ich war sportlich sehr aktiv und ich mache gerade meinen PKW-Führerschein. Majsan übrigens auch. Eine hervorragende Corona-Aktivität!
Text: Frank Keil | Bild: PR